Die Wertzuwachssteuer / Plusvalía

Die gemeindliche Wertzuwachssteuer (kurz: Plusvalía, richtiger Name: Impuesto sobre el Incremento del Valor de los Terrenos de Naturaleza Urbana) ist eine relativ „moderne“ Steuer, von der der spanische Staat Gebrauch macht und deren Erhebung und Eintreibung den Gemeinden übertragen ist. Hintergrund dieser z.B. in Deutschland unbekannten Steuer ist, dass der Eigentümer einer Immobilie mit der Zeit durch Verbesserungsmassnahmen der Gemeinde in den Genuss der Werterhöhung seiner Immobilie kommt und davon möchte auch der Staat seinen Teil abhaben.

Die Plusvalía fällt grundsätzlich immer dann an, wenn eine Immobilie, sei es Wohnung, Haus oder städtischer Grund und Boden, übertragen wird. Gleichgültig ist, ob die Übertragung aufgrund z.B. eines Immobilienkaufvertrages, einer Schenkung oder aufgrund einer Erbschaft (weil sich eine Immobilie im Nachlass in Spanien befindet) erfolgt. Die Steuer fällt nur in zwei Fällen nicht an: Es handelt sich um landwirtschaftliches Nutzland (suelo rústico) oder seit der letzten Übertragung ist weniger als 1 Jahr vergangen.

Beim Immobilienkauf in Spanien sieht das Gesetz vor, das der Verkäufer die Plusvalía tragen muss. Viele Jahre wurde diese Steuerpflicht nahezu automatisch vertraglich auf den Käufer abgewälzt, seit ca. 2 Jahren achten die Notare aber wieder vermehrt darauf, dass dieser Automatismus abgeschwächt wird und bestehen auf eine ausdrückliche Weisung hinsichtlich der Steuertragungspflicht durch den Erwerber.

Erfolgt die Übertragung / der Erwerb aufgrund Schenkung oder Erbschaft, trifft logischerweise den Erwerber die Steuerpflicht.

Die Höher der Steuer errechnet die Gemeinde aufgrund des Katasterwerts und eigener Statistiken, die von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ausfallen. Berechnungsgrundlage ist höchstens der innerhalb von 20 Jahren entstehende Wertzuwachs, das heisst, befand sich die Immobilie 25 Jahre im Besitz des Voreigentümers, werden die letzten 5 Jahren nicht berechnet.

Da die spanischen Steuergesetze es so vorsehen und die Gemeinden auf Einnahmen aus dieser Steuer angewiesen sind, werden sämtliche Übertragungen aufgrund von notariellen Urkunden der entsprechenden Gemeinde von den Notaren automatisch übermittelt. Trotzdem hat der Steuerschuldner die Pflicht, die Übertragung fristgemäss der Gemeinde zu melden. Bei Nichtzahlung fallen nicht unerhebliche Strafen an, die auch Eingang in das Grundbuch der entsprechenden Immobilie finden können (Eintragung einer vorläufigen „Zwangshypothek“ = Embargo Preventivo). Auch sind uns Fälle bekannt, in denen deutsche Steuerbehörden um Amtshilfe bei der Eintreibung der Plusvalía gebeten wurden und entsprechend gehandelt haben.

Bei sämtlichen von unserer Kanzlei betreuten Immobilienübertragungen kümmern wir uns frühzeitig um diese Steuer, durch gute Kontakte zu den entsprechenden Stellen erhalten wir kurzfristig die notwendigen Informationen, die eine seriöse Planung der anstehenden Übertragung ermöglichen.

Bei Fragen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung, Ihr Ansprechpartner ist Rechtsanwalt und Abogado Philipp G. Beyer (beyer@kanzlei-spanien.de).

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