Einführung Erbrecht und Erbschaftsteuer in Spanien / Teneriffa

Berechnung der spanischen Erbschaftssteuer anhand eines einfachen -aber nicht selten anzutreffenden- Modells

Der Bankmanager B vermacht seiner engen Bekannten N aus Deutschland mit letztwilliger Verfügung (Vermächtnis) eine Immobilie auf Teneriffa im Wert von 875.000, EUR. Die spanische Steuerbehörde geht von einem Wert der Finca von 850.000,- EUR aus. Die enge Bekannte N hat kein in Spanien belegenes (Vor-)Vermögen und kann mangels Verwandschaftsverhältnis keinen Freibetrag geltend machen.

Endgültige Bemessungsgrundlage (d.h. der Wert des Nachlasses (Immobilie) soweit er der N zufällt) : 850.000,- EUR

1. Schritt:
Bis zum Betrag von 797.555,08 EUR bemisst sich die Steuerschuld nach der Tabelle 1 bereits auf 199.291,40 EUR. Der effektive Steuersatz beträgt 34%.

2. Schritt:
Dieser Steuersatz wird auch auf den sich ergebenen Differenzbetrag zwischen 797.555,08 EUR und 850.000 EUR (=52.444,92 EUR) angewendet. Dies ergibt eine Steuerschuld von weiteren 17.831,27 EUR. Zusammengerechnet sind dies 217.122,67 EUR.

3. Schritt:
Wendet man nun den Korrekturfaktor gemäss der Tabelle 2 an (2.0000), muss der im 2. Schritt errechnete vorläufige Gesamtbetrag verdoppelt werden.

Dies ergibt eine eine endgültige Erbschaftssteuerschuld von insgesamt 434.245,34 EUR! Zur Erinnerung: Der Verkehrswert der Finca liegt bei 875.000 EUR.

Hätte unser B im vorliegenden Beispiel seine steuerrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten genutzt, wäre die Steuerschuld seiner engen Bekannten N wesentlich geringer ausgefallen und hätte ihr weitaus weniger Probleme bereitet. In der Praxis kommt es in solchen Fällen allein deswegen zum Verkauf der Immobilie, um die enorme Steuerlast zu begleichen.
Dies muss nicht so sein! Damit Ihr Vermögen in der Familie bleibt oder andere mögliche Begünstigte nicht derart belastet werden, sollten Sie frühzeitig eine erb,- und erbschaftssteuerrechtliche Beratung in Anspruch nehmen und die sich bietenden Gestaltungsmöglichkeiten ausnutzen

Übrigens: Dieses Berechnungsbeispiel wurde wohl aufgrund seiner Einfachheit bereits von anderen Anwälten kopiert und mit marginalen (Namens-)Änderungen wieder im Internet veröffentlicht…

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