Brauche ich ein Testament?

Diese Frage läßt sich nicht allgemein beantworten und ist eine Sache des individuellen Einzelfalls. Wir möchten Ihnen aber einige Kriterien erläutern, bei deren Vorliegen die Abfassung eines Testaments in der Regel empfehlenswert ist.

Zunächst bleibt festzustellen, dass die persönliche Vermögenssituation nicht das Hauptargument darstellen sollte. Ist ein gewisses Vermögen vorhanden, bietet sich ein Testament vor allem in den Fällen an, dass die Erbschafts- und Schenkungsteuerfreibeträge überschritten werden. Hier kann durch eine frühzeitige Regelung der steuerliche Verlust erheblich gemindert werden. Dies trifft insbesondere bei Immobilienbesitz zu.
Auch wenn ungeliebte Familienangehörige an sich als Erben berufen wären, dies aber nicht im Sinne des Erblassers ist, kann im Vorfeld deren tatsächlicher Anteil in bestimmten Massen reguliert werden (Abweichung von der gesetzlichen Erbfolge). Wer kostenintensive Prozesse unter den Erben verhindern will, ist mit einem Testament gut beraten.

Weiterhin kann die allgemeine Regel aufgestellt werden, dass sich bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften und in dem Fall, dass nichteheliche Kinder vorhanden sind, das Verfassen eines Testaments anbietet. Hinzu kommen noch Fälle der Wiederverheiratung mit bereits vorhandenen Kindern und bei Verschuldung der potentiellen Erben.

Herauszustellen ist, dass die geringen Kosten einer anwaltlichen Beratung in keinem Verhältnis zu den Vorteilen einer frühzeitigen Regelung stehen. Auch die notarielle Beurkundung, die sicherstellt, dass dem Testament keine Wirksamkeitshindernisse anhaften, ist nicht mit hohen Kosten verbunden. Vor dem Hintergrund der hohen Anzahl bereits formunwirksamer letztwilliger Verfügungen bietet sich der Gang zum Notar immer dann an, wenn man sich nicht zu 100% sicher ist, dass das selbst verfasste Testament auch wirksam ist.

An dieser Stelle in Rahmen dieses kurzen Überblicks möchten wir abschließend noch die formellen Voraussetzungen aufzeigen, die jedes privatschriftliche Testament erfüllen muss, um später zweifelsfrei seine volle Wirksamkeit zu entfalten: Es muss handschriftlich niedergelegt und mit Datum, Ort und Unterschrift des Verfassers versehen sein.

Da sich erbrechtliche Fragen besonders auch für eine Fernberatung eignen, können Sie sich bei weitergehenden Fragen auch bequem von Zuhause aus an eine auf Erbrecht ausgerichtete Kanzlei wenden. Wir stehen hierfür gerne zur Verfügung

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