Niessbrauch- oder Wohnrecht?

Oft werden im allgemeinen Sprachgebrauch die Begriffe Niesbrauchrecht und Wohnrecht im gleichen Zusammenhang benutzt, d.h. es wir Ihnen ein und dieselbe Bedeutung zugemessen. Auch wenn sich beide Rechte teilweise überschneiden, gibt es in der täglichen Praxis doch erhebliche unterschiede:

Niessbrauch (Derecho de usufructo):

Der Inhaber eines Niessbrauchrechts hat ein UMFASSENDES NUTZUNGSRECHT an der Immobilie, welches im Grundbuch eingetragen wird. Ein Niessbraucher (oder auch Niessbrauchnehmer) hat die gleichen Rechten und Pflichten wie ein Eigentümer, nur verkaufen oder belasten darf er die Immobilie nicht. Das bedeutet konkret, dass ein Niessbraucher z.B. die Immobilie einen Mietvertrag mit einem Mieter abschliessen, um die Immobilie zu vermieten. Weiterhin darf er z.B. die Immobilie nutzen wie er möchte und muss Weisungen vom Eigentümer keine Folge leisten. Auf der Pflichtenseite steht z.B. die Plficht, die Grundsteuer (IBI) zu zahlen oder die notwendigen Erhaltungsmassnahmen vornehmen zu lassen. Das Niessbrauchrecht kann zeitlich begrenzt oder auf Lebenszeit (usufructo vitalicio) eingeräumt werden, ist aber nicht vererbbar. Für den Erwerber einer mit einem Niessbrauchrecht belastenden immobilie bedeutet es, dass er ggf. die Immobilie zu Lebzeiten des Niessbrauchers nicht nutzen kann. In Spanien bestehen in mehreren autonomen Gemeinschaften Sonderrechte (Foralrechte), die auch das Niessbrauchrecht beeinflussen können. Aus den genannten Gründen empfiehlt es sich, vor einem Erwerb die rechtliche Situation der Immobilie sorgfältig prüfen zu lassen.

Wohnrecht (Derecho de habitación):
Das Wohnrecht ist bei weitem nicht so umfassend wie ein Niessbrauchrecht. Der Inhaber eines Wohnrechts hat, wies es der Name schon sagt, das Recht, die Immobilie im wahrsten Sinne des Wortes zu bewohnen. Eine anderweitige Nutzung ist nicht gestattet, dafür entfält aber z.B. auch die Pflicht, die notwendigen Steuern der Immobilie zu bezahlen.

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